Düdo Mercedes Bus Ausbau – Ein Traum aus 1001 Nacht

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„Wenn man etwa wirklich von Herzen möchte, dann sollte man es einfach machen!“

Seit 6 Monaten sind Alex und Julius mit ihrem orangefarbenen 508 Düdo Mercedes Bus auf den Kanaren unterwegs. Wir durften in ihren Oldtimer aus dem Jahre 1986 reinschauen und haben hier einmal einen Ausbau der ganz anderen Art erlebt. Kommt mit in ihren Traum aus 1001 Nacht, der mit Antiquitäten und viel Herz zu einem einzigartigen Zuhause wurde.

Ein Düdo Mercedes Bus Ausbau der besonderen Art

Blonde Locken, sonnengebräunte Haut und ein offenes Lächeln – so lernen wir Alex kennen, die hauptsächlich für den Ausbau dieses Unikats verantwortlich ist. „Ich habe ein großes Herz für Antiquitäten“ berichtet sie lächelnd. „Als ich das Auto gekauft habe, war für mich klar, dass ich eher keine neuen Materialien verwenden möchte. Ich wollte meine Liebe zu Möbeln aus altem Holz hier einbauen und Gegenstände mit Seele finden.“

Lässt man den Blick durch die sechs Quadratmeter schweifen, steht sofort fest, dass Alex dieser Vorsatz gelungen ist. Viel Holz, warme Farbtöne und Akzente aus Messing bestimmen den Raum. Eine orientalische Laterne hängt von der Decke und die Wände werden von kleinen Holzregalen und einem marokkanischen Spiegel geziert. Die Decke ist von Innen mit schwerem, sandfarbenen Theatersamt verkleidet und verleiht dem Ganzen eine gemütliche Atmosphäre.

Dekoration im Mercedes Van

Die Küche im Mercedes Bus – klein aber fein

Einen Kühlschrank sucht man in der kleinen Küche von Alex und Julius vergeblich, dafür haben sie eine Kühlbox unter dem Bett, um ihre verderblichen Lebensmittel aufzubewahren. Ein kleiner Küchenunterschrank in natürlichen Holztönen bewahrt alles auf, was sie benötigen. Darin finden Töpfe, Geschirr und Vorräte ihren Platz. Rechts daneben befinden sich die Gasflasche und der Mülleimer hinter einem Vorhang als Sichtschutz.

Küche vom Mercedes Van von Alex und Julius

Über beidem liegt eine Arbeitsplatte, in welche ein zweiflammiger Gasherd eingebaut ist. Zwei Einmachgläser wurden mit einem Band an der Wand befestigt und sparen somit Platz im Schrank. Die Küche ist klein, aber für beide vollkommen ausreichend: „Wir haben festgestellt, dass wir nicht mehr als das brauchen“, berichtet Alex.

Der Schlafbereich – praktisch und komfortabel

Das Bett wurde von Alex aus einer einfachen Konstruktion gebaut und besteht lediglich aus Holzplatten auf einem Holzrahmen. Eine simple und dennoch sehr stabile Lösung.

Der Schlafbereich vom Mercedes Van von Alex und Julius

Auf ca. 150 x 200 cm kommt der Schlafbereich und bietet genügend Platz für das Paar. Da das Bett tagsüber ebenso als Sofa dient, wird es stets mit einer großen Tagesdecke abgedeckt. Somit landen auch keine Hundehaare von ihrem vierbeinigen Mitbewohner im Bett. Viele gemütliche Kissen in orange und rot machen den Bereich noch bequemer und einladender.

Das Bad – mit einem Pissoir für beide?

Natürlich sollte auch im Bad in einem Mercedes Bus kein 0815-Keramik-Wachbecken verbaut werden, denn auch hier hatte Alex ihr genaue Vorstellung: „Ich wollte ein Waschbecken als altem Messing.“ Neu kaufen kam nicht in Frage. Letztendlich fand sie über eine Online-Plattform eine alte Messingschale und baute sich das Waschbecken kurzerhand selbst. Sie bohrte Löcher als Abfluss in die Schale, versah sie mit einem passenden Siphon und setzte sie in eine Holzplatte ein – fertig war der Waschtisch.

Passend dazu ist auch der Wasserhahn aus Messing ebenso wie ein kleines Tablett zur Aufbewahrung von Seife und Co. Abgegrenzt ist der Waschtisch mit alten Berliner Teppichstangen, die früher in Altbauhäusern verwendet wurden, um die Teppiche an den Treppenstufen zu befestigen. So hat jedes Teil in diesem Bus seine eigene Geschichte.

Über dem Waschbecken hat Alex ein kleines Regal angebracht, auf welchem eine antike Bootslampe aus den 30er Jahren und ein altes Stövchen aus Ostfriesland für ein stimmiges Bild sorgen. „Eigentlich sind fast alles, was man hier im Bus findet, Antiquitäten“, erzählt Alex stolz und deutet auf den Schrank unter dem Waschtisch. Geschwungene Beine, Verschnörkelungen und Griffe aus Messing lassen das Alter dieses Schmuckstücks erahnen.

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Für die Toilette hat sich Alex beim Ausbau eine besonders außergewöhnliche Lösung einfallen lassen. Inspiriert durch viele Jahre auf Festivals, in denen sie stundenlang an den Damentoiletten anstehen musste, entstand der Gedanke an ein Pissoir für beide Geschlechter.

Ein 5 Liter Kanister, der unter dem Waschtisch aufbewahrt wird, dient nun als Urinbehälter. Ein Schlauch führt von diesem ab und kann bei Bedarf nach oben geknickt werden. Um sich zu erleichtern, nehmen die Reisenden dann eine faustgroße „Pinkelwanne“ zur Hilfe, die auf den Schlauch gesteckt werden kann. Sie ist so geformt, dass sie sowohl von Alex als auch von Julius bequem genutzt werden kann.

Der Urin wird somit wie durch einen Trichter in den Schlauch und letztendlich in den Kanister befördert. Kurz ausgespült verstaut Alex die Pinkelwanne im Anschluss und der Schlauch wird wieder nach unten zur Aufbewahrung in einen kleinen, mit Watte gefüllten Behälter gesteckt.

Die Arbeitsbereiche – ein Fahrerraum wird zum Büro

Als Alex und Julius in ihren Düdo Mercedes zogen, nahmen beide ihre Jobs mit. Um weiterhin ungestört und konzentriert arbeiten zu können, verlagerten sie ein Büro kurzerhand in den Fahrerraum. „Die Wand zwischen Wohnraum und Fahrerhaus ist isoliert und bietet einen ziemlich guten Schallschutz“, berichtet Julius, „das heißt, wir können beide in Videokonferenzen sein, Telefonate führen oder auch einfach Musik hören, ohne dass wir einander großartig stören.“ Vor allem er nutzt diesen Arbeitsbereich vom frühen Morgen bis zum Nachmittag. Im Handschuhfach bewahrt er eine Halterung für deinen Laptop auf, um bequem daran arbeiten zu können.

Neben ihrer Tätigkeit an einer Designakademie hat Alex außerdem eine Leidenschaft für die Herstellung von Schmuck. Daher musste auch für sie ein separater Arbeitsbereich her. Ein alter Spiegelschrank aus den 60er Jahren mit drei Schubladen zog hierfür ein und wurde zur Goldschmiedewerkbank. Hier fertigt die Künstlerin nun Schmuck aus Metall und Haarschmuck aus Makramee an. In den Schubladen bewahrt sie ihre Materialien auf und auch ihr Werkzeug findet seinen Platz in kleinen Hängeaufbewahrungen.

Arbeitsbereich im Mercedes Van Düdo

Das Highlight auf dem Dach

Dass der Ausbau des Düdo Mercedes von Alex und Julius gut durchdacht ist, haben wir nun gesehen. Gewissermaßen gleicht er einer 2-Zimmer-Wohnung: Vorne befindet sich das Büro und hinten der Wohnraum, in dem auch gekocht und geschlafen wird. Doch zu einer komfortablen Wohnung gehört doch auch ein Balkon oder eine Terrasse, oder? Das dachten sich die beiden Reisenden auch und haben daher kurzerhand mit Hilfe von Freunden eine Dachterrasse auf ihrem Dach gebaut. „Da ist ein wundervoller Frühstücksort entstanden“ freut sich Julius. Doch auch ganze Tage können die beiden dort oben im Sonnenschein verbringen oder auch die eine oder andere Nacht unter dem Sternenhimmel.

Das Leben als Paar auf sechs Quadratmetern im Mercedes Bus

Als Alex und Julius in ihren Düdo Mercedes zogen, mussten beide ihre jeweils komplett ausgestattete Wohnung auflösen. Ihr gesamtes Hab und Gut auf sechs Quadratmetern unterzubringen, stellte das Paar zunächst vor eine große Herausforderung. „Wir mussten vieles loslassen und uns fragen, was wir wirklich brauchen“, erinnern sich die beiden. Selbst jetzt finden sie auf ihrem kleinen Raum noch manchmal Dinge, die sie gar nicht brauchen und schicken diese dann in die Heimat zurück.

Doch auch das Leben als Aussteiger ist nicht immer nur rosarot, denn es erfordert eine Menge Organisation. In einer Wohnung ist nicht auf einmal das Wasser leer oder der Abwassertank voll, wie es im Vanlife so oft der Fall ist. Hier gibt es bestimmte Themen und Aufgaben, die in gewissen Abständen immer wiederkehren. „Wir hatten vorher nicht auf dem Schirm, wie viel Zeit das alles in Anspruch nimmt“, gesteht das Paar.

Alex un Julius in ihren selbstausgebautem Düdo Mercedes

Um sich daran zu gewöhnen, haben die beiden mehrere Wochen gebraucht und schließlich eine neue Routine entwickelt. „Wir haben gelernt, die To-do´s nun mit schönen Dingen zu kombinieren“, berichten sie stolz. So wird bei der Suche nach einem Waschsalon jetzt auch stets nach einem Restaurant in der Nähe geschaut, um in der Wartezeit entspannt essen zu gehen. So wurde der Wasch-Tag gleichzeitig zu einem Date-Tag.

Auch wenn das Paar zum Beginn ihres Vorhabens auch auf Widerstand gestoßen ist, bereuen sie ihren Schritt nicht. Zunächst waren Alex Eltern verhalten, doch nun freuen sie sich für das Paar und unterstützen es auf ihrem Weg.

Gemeinsam haben Alex und Julius während ihrer Reise viel gelacht, aber auch geweint. Starke Ehrlichkeit sowohl zu sich selbst als auch zueinander sehen sie als Schlüssel ihres Zusammenlebens. „Sonst wird es auf sechs Quadratmetern schnell ziemlich eng“, ist sich Julius sicher.

Wer Alex und Julius auf ihrer Reise mit dem Mercedes Bus begleiten will, schaut gerne bei Instagram vorbei @goldhaut.

Wir wünschen den Beiden weiterhin eine wundervolle Reise!

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