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24 Stunden zusammen als Paar – Vanlife als Beziehungsprobe

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5. August 2019

Dass Vanlife als Paar eine Beziehungsprobe ist, weiß jeder, der länger mit seinem Partner unterwegs war. 24 Stunden zusammen kann anstrengend sein und nicht jeder kommt damit klar.

Imke und Tobi von Abenteuer-Vanlife reisen seit sage und schreibe über vier Jahren zusammen im Van. Sie erzählen dir, wie es schaffen, dass alles harmonisch bleibt:

Von der Wohnung in den Van: So fing alles an

Seit über vier Jahren sind wir nun schon auf Weltreise und verdienen unser Geld durch verschiedenste Arbeiten. Ermöglicht wird uns all das durch Work and Travel Visa des jeweiligen Landes (Australien, Neuseeland, Kanada).

Wir sind nicht zusammen aus Deutschland aufgebrochen, sondern haben uns erst in Australien kennengelernt. Das war am Anfang unserer Reise und ist mehr als vier Jahre her.

Imke hat über eine Backpacker Gruppe in Facebook nach Reisepartnern gesucht und Tobi hat sich daraufhin bei ihr gemeldet. In Australien dann ist Imke zu Tobi in den Van gezogen, welchen er sich zwei Wochen davor gekauft hat.

“Unsere erste eigene gemeinsame Wohnung war ein zwei Quadratmeter großer Campervan.“

Auf einmal mussten wir zusammen leben und alles teilen. Es war schon sehr seltsam, so eng neben einer fremden Person des anderen Geschlechts zu schlafen.

Die Privatsphäre blieb da oft auf der Strecke. Schon das Klamotten wechseln auf der Matratze im Auto war eine Herausforderung.

Die meiste Zeit haben wir aber draußen verbracht. Gekocht haben wir auf einem kleinen Gaskocher am Kofferraum. Im Auto waren wir nur zum Schlafen oder Fahren. Die Regentage waren dafür umso schwieriger.

Eine so lange Reise war anfangs keineswegs geplant. Imke wollte ursprünglich nur vier Monate durch Australien reisen und kurz an einem beliebigen Ort arbeiten.

Tobi plante, den kompletten Kontinent innerhalb eines Jahres zu umrunden, danach aber wieder nach Deutschland zurück zu kehren.

Aus einer kurzen gemeinsamen Reise entlang der Ostküste Australiens wurde nach und nach eine ernsthafte Freundschaft, bis wir nicht mehr ohne einander auskamen.

In den letzten vier Jahren sind wir nicht nur um die Welt gereist, sondern haben auch in Australien, Neuseeland und Kanada gearbeitet.

In jedem Working Holiday Land (Australien, Neuseeland und Kanada) haben wir uns zu Beginn einen Van gekauft und am Ende unseres Aufenthaltes haben wir ihn wieder verkauft.

Mittlerweile haben wir unseren vierten Campervan, welcher auch der Größte von allen ist.

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„Wir sind nicht nur ein Paar, sondern auch beste Freunde“

Auf einem so kleinen Raum zusammenzuleben ist für manche Paare keine angenehme Vorstellung. Für einen Urlaub ist es für viele noch okay, aber dauerhaft eher nicht.

Jeder Mensch braucht Freiraum. Der eine mehr, der andere weniger. Wie macht man das, wenn man auf so kleinem Raum miteinander lebt und sich nicht aus dem Weg gehen kann?

Tatsächlich verbringen wir die meiste Zeit am liebsten zusammen. Uns macht es Spaß alles zu teilen. Auf engstem Raum lernt man sich selbst und auch den Partner so richtig kennen.

Wir lieben es abends gemeinsam im Bett zu liegen und eine Dokumentation oder einen Film zu sehen. Bei der Filmauswahl werden wir uns nicht immer einig, aber bei Dokus haben wir die gleichen Interessen.

Wir sind gerne gemeinsam unterwegs,- ob beim Surfen, Wandern oder einfach auf Erkundungstour. Doch manchmal ist es auch schön alleine zu sein.

Da sind unsere Möglichkeiten deutlich eingeschränkter, als in einer Wohnung. Während Tobi mal alleine surft, geht Imke spazieren oder ist mit ihrer Kamera unterwegs.

Für uns ist es allerdings kein Problem, immer alles gemeinsam zu unternehmen. Da wir fast jeden Tag etwas Neues erleben und sehen, kommt sowieso kaum Langeweile auf.

Die gemeinsamen Erlebnisse schweißen zusammen und wir haben uns immer etwas zu erzählen.

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Streit im Van

Da wir auf so einem kleinen Raum zusammen leben, können wir uns nicht aus dem Weg gehen. Wenn einer von uns mal nicht so gute Laune hat, passiert es leider schnell, dass er sie am anderen ungewollt auslässt.

Jeder Mensch hat seine eigenen Gewohnheiten. Wir finden auch nicht jede Eigenart des Partners toll. Trotzdem versuchen wir einander zu respektieren.

Wir vertreten beide gerne unsere Meinung und es macht uns Spaß, über unterschiedliche Ansichten zu sprechen. Glücklicherweise streiten wir nur selten.

Falls es doch mal dazu kommt, müssen wir früher oder später darüber sprechen und können uns bis dahin nicht so gut aus dem Weg gehen, als wenn wir in einer Wohnung wären.

Inzwischen haben wir gelernt, auch über Probleme sachlich zu diskutieren und nicht so schnell eingeschnappt zu sein. Wenn uns etwas stört, sprechen wir es an. Außerdem ist es wichtig dem Partner Freiraum zu geben, auch wenn der Raum begrenzt ist.

Was uns manchmal noch schwer fällt: nicht nachtragend zu sein. Damit wir nach einem Streit nicht den ganzen Tag schmollend nebeneinander verbringen, versuchen wir die Angelegenheit schnell zu klären und dann auch ruhen zu lassen.

Sonst macht man sich das Leben nur schwer und versaut einem dazu den ganzen Tag.

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Wir sind freiwillig zusammen

Wir haben es nicht bereut, zusammen in einen Campervan gezogen zu sein. Unsere Beziehung ist schon sehr gewachsen. Vermutlich mehr, als wenn wir in einer Wohnung leben würden.

Fast jeden Tag stellen sich neue Herausforderungen. Und wir sind uns sicher: wenn wir im Van so wunderbar miteinander auskommen, werden wir es in der Wohnung erst recht!

Unsere Beziehung wächst jeden Tag aufs Neue.

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Tipps für Reisende als Paar

Erwartungen und Vorstellungen vorher besprechen: Das „Vanlife“ sieht immer schön aus. Am Strand schlafen, aufregende Begegnungen und endlose Freiheit.

Tatsächlich kommen mit dem Leben im Van auch einige Probleme und Unannehmlichkeiten daher. Es ist wichtig vorher zu besprechen, wie man sich das Leben im Van zusammen vorstellt und welche Erwartungen oder Wünsche man an den Partner hat.

Sich Freiraum geben:

Die beengten Verhältnisse und das Aufeinandersitzen können schon mal nerven. Sich Rückzugsräume zu schaffen ist wichtig, denn wenn man zusammen im Van lebt, muss man nicht zwangsläufig nur aufeinander hocken.

Stressfaktoren vermeiden:

Unnötige Stressfaktoren lassen sich durch gute Planung oft vermeiden! Dazu gehören: Route planen, Schlafplatz raus suchen, Wetter checken und sich einfach nicht zu viel vornehmen.

Miteinander sprechen:

Damit meinen wir nicht nur über das Wetter und die Reiseroute. Sondern über das Leben als Paar, sowie Sorgen und Wünsche.

Störfaktoren vermeiden:

Gerade bei „schlechten“ Eigenheiten und Angewohnheiten ist man leicht genervt von einander, vor allem auf so kleinem Raum. Wenn man weiß, was den Partner stört, kann man dies vermeiden oder sich arrangieren.

Ordnung halten:

Wir räumen jeden Tag aufs Neue unser Auto auf. Das ist auch dringend nötig, wenn man sich auf solch einem kleinen Raum aufhält. Lebt man im Chaos, dann kann das auch schnell auf die Stimmung schlagen und man fühlt sich unwohl.

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Danke an Imke und Tobi für euren Gastbeitrag. Wenn du mehr über die Beiden wissen willst, folge ihnen auf Instagram oder ihrem Blog.

 

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