Camp’n’Connect – eine App, die Camper weltweit verbindet

Camp’n’Connect – eine App, die Camper weltweit verbindet

22. Juni 2021 Reisen Vanlife 0
Peace-Love-Om-Camp'n'Connect-Appansicht

 

Ob Lagerfeuerabend oder Starthilfe – wer alleine reist, muss auf gemütliche Abende mit Bekannten oder Hilfe im Notfall oft verzichten. Kontakte knüpfen beim Solo-Vanlife ist oft gar nicht so einfach. Das hat auch Rabea Bargsten gemerkt, als sie 2018 das erste Mal alleine in Norwegen unterwegs war und sich gerne mit anderen Campern getroffen hätte. Weil diese Erinnerungen sie seitdem nicht losgelassen haben, hat Bea, gemeinsam mit ihrem Freund Timo Lacinski, eine Lösung gefunden. Die beiden haben die App „Camp’n’Connect“ entwickelt, die Camper verbinden soll.

 

„Wir möchten alle Camper miteinander vernetzen“

 

Das ist die Vision von Bea und Timo. Seit Beas Reise durch Norwegen, ihre erste Reise alleine mit dem Bus, spukte die Idee von einer App oder Plattform mit ebendiesem Ziel in ihrem Kopf herum. „Damals habe ich andere Camper gesucht, vorwiegend andere alleinreisende Frauen, zum Reisen oder Wandern, aber festgestellt, dass es dafür keine passende Plattform gibt“, erzählt Bea.

Doch nicht nur für alleinreisende Frauen soll die App Vernetzung bieten. „Wir haben zum Beispiel auch an Familien mit Kindern gedacht, die andere Familien treffen wollen, damit die Kinder gemeinsam spielen können“, ergänzt Timo.

Durch verschiedene Einstellungen und Informationen ist es möglich, „dass sich Camper miteinander verbinden, die zusammenpassen, schließlich gibt es bei Campern ja wirklich alles“, sagt Bea. Insbesondere wenn man auf einem Campingplatz stehe, gebe es oft eine Hemmschwelle, andere Camper anzusprechen. „Durch die App kann man vorher ein bisschen ausloten, ob die andere Person Lust auf Kontakt hat und ob man sich verstehen würde.“

 

Peace Love Om Camp'n'Connect Team

 

Als Bea und Timo gemeinsam durch Schweden reisten, trafen sie zufällig andere Camper, mit denen sie sich gut verstanden und „eine mega coole Zeit zusammen hatten“, erzählt Timo. Durch die App wollen sie nun „den Zufall ein wenig steuern“.

 

Von der spontanen Idee zur Selbstständigkeit

 

Eigentlich haben Bea und Timo mit App-Entwicklung nichts zu tun. Trotzdem waren sie sich schnell sicher, dass sie Camp’n’Connect umsetzen wollten. Bea, die gelernte Automobilkauffrau ist, Wirtschaftspsychologie studiert hat und hauptberuflich als Personalreferentin tätig ist und Timo, gelernter Industriemechaniker und inzwischen Betriebstechniker, holten sich deshalb Hilfe aus ihrem Freundeskreis. „Wir haben eine Freundin, Evi, die Webdesignerin ist und uns, nachdem wir ihr von der Idee erzählt haben, etwas gebastelt hat“, erinnert sich Bea. Das erste Ergebnis gefiel ihnen gut und die Motivation war entfacht.

Bei Freunden und Bekannten, die alle ebenfalls gerne campen, sammelten sie Ideen, was eine solche App leisten sollte. Nach Beas erster Idee im Sommer 2018, dem Planungsbeginn im Frühjahr 2020 mit ersten Entwürfen und dem Beginn der Entwicklung im September 2020 ist die App nun seit April verfügbar. „Geplant war eigentlich, dass wir schon im März launchen“, erzählt Timo. Allerdings dauerte die Entwicklung länger als geplant und die Veröffentlichung verspätete sich ein wenig. Ursprünglich hatten Bea und Timo eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um die Entwicklung zu beschleunigen, die allerdings nicht erfolgreich war. Somit finanzierten sie ihre App größtenteils aus ihren eigenen Ersparnissen.

 

Camp’n’Connect als soziales Netzwerk für Camper

 

Ein soziales Netzwerk für Camper – das ist die Idee von Camp’n’Connect. Direkt nach Installation und Registrierung füllt man sein Profil aus. „Das dient für den ersten Eindruck vor dem Kennenlernen“, erklärt Bea. In dem Profil kann man Informationen zu Alter, Reisegefährt und Interessen sowie einen kurzen Text und Bilder teilen.

 

Peace Love Om Camp'n'Connect Umgebungssuche

 

Die Hauptfunktion – das „Herzstück der App“ wie es Bea nennt – ist aber die Standortsuche. Anhand einer Umkreissuche kann man Camper in der Umgebung finden. Je nach Wünschen ist es möglich, die Suche zu filtern und zum Beispiel nur Familien oder nur Radreisende anzuzeigen. „Über den Chat kann man dann Personen in der Umgebung anschreiben“, erklärt Timo. Der genaue Standort werde in der Umgebungssuche nämlich noch nicht gezeigt – aus Sicherheitsgründen.

 

Sicherheit hat Priorität!

 

„Wir haben uns entschieden, dass der genaue Standort der Personen aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich ist“, sagt Timo. So können zwar Camper im Umkreis gefunden werden, ihre genaue Position ist aber nicht sichtbar. Erst wer sich über den Chat miteinander in Verbindung setzt, kann den eigenen Standort teilen. So sollen spontane Besuche vermieden und das Sicherheitsgefühl erhöht werden.

„Außerdem kann man sein Profil auf unsichtbar stellen und andere Nutzer melden und blockieren“, ergänzt Bea. Bisher haben sie zwar noch keine Beschwerden gehört, allerdings sei eine solche Funktion bei einer Social Media App unverzichtbar, findet sie.

Für die Zukunft planen die beiden als weitere Sicherheitsfunktionen beispielsweise noch, dass man Abzeichen durch Bewertungen von anderen Campern sammeln und sich mit Personalausweis oder Pass verifizieren kann.

 

Die ersten Monate mit Camp’n’Connect

 

„Wir kratzen gerade an den 2000 Nutzern“, erzählt Bea ein wenig stolz. Insbesondere über Instagram sind viele Camper auf Camp’n’Connect aufmerksam geworden und haben die App installiert. Aktuell haben Bea und Timo noch keinen genauen Überblick über die NutzerInnen, „wir wissen aber, dass die meisten aus Deutschland kommen“, sagt Bea.

Ihre App soll sich aber nicht nur auf den deutschsprachigen Raum beschränken. Die Sprache der App richtet sich nämlich nach der Einstellung des Smartphones und ist aktuell auf Deutsch und Englisch verfügbar. Langfristig sind auch weitere Sprachen geplant.

„Das Feedback, das wir bisher bekommen haben, war zu 90 Prozent total positiv“, berichtet Bea. Viele hätten geschrieben, dass sie sich genau so eine App gewünscht haben. Außerdem bekommen Timo und Bea regelmäßig neue Ideen geliefert.

„Im letzten Update haben wir zum Beispiel Zelt und Dachzelt hinzugefügt und als neue Interessen Reiten und Geocaching ergänzt“, berichtet Timo. Er freut sich jedes Mal über das Feedback und die positiven Nachrichten – „das gibt Kraft und Schub.“

 

Eigene Erfahrungen mit Camp’n’Connect

 

Auch Bea und Timo selbst nutzen ihre App regelmäßig. Bisher haben sie in ihrer Heimat schon neue Camper-Freunde kennengelernt und wollen die App in ihrem Urlaub, den sie im Bus in Deutschland verbringen werden, auf Herz und Nieren testen und möglichst viele Leute treffen.

„Unsere Erfahrungen waren bisher genauso wie wir es uns gewünscht haben, supercoole Begegnungen und Gespräche“, fasst Bea zusammen.

 

Ziele für die Zukunft

 

Nachdem sich nun die erste Aufregung langsam beruhigt, haben Bea und Timo schon einige neue Dinge geplant. Neben vielen weiteren Funktionen, die sie etablieren wollen, ist es den beiden wichtig, die App möglichst kostenfrei anzubieten. „Wir wollen, dass jede und jeder die Möglichkeit hat, Camp’n’Connect zu nutzen“, sagt Timo. Denn je mehr Leute die App nutzen, desto größer sei die Chance, neue Freunde kennenzulernen.

Ihr Plan: „das Nutzungserlebnis zu verbessern und viele Camper dazubringen, die App zu nutzen“, erklärt Bea. Am allerwichtigsten ist es den beiden nämlich, dass „möglichst viele Menschen eine coole Zeit miteinander haben, ob nur für einen Abend oder ganze Reisen – wichtig ist, dass es Spaß macht!“

Neugierig geworden? Dann schau gerne mal bei Bea und Timo vorbei und probier’ die App aus!

 

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