Vanlife in Neuseeland – Alles was du wissen musst

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Neuseeland – das Sehnsuchtsland vieler Touristen. Und weiter weg geht’s wohl kaum – über 24 Stunden bist du unterwegs, um auf den Spuren der Maori oder Hobbits das Land mit den vielen Facetten zu bereisen. Neben Australien ist es auch DAS Traumland vieler Schulabgänger – Work and Travel macht es möglich.

Neben den klassischen Backpackern, die von Hostel zu Hostel ziehen, befinden sich auch viele Vanlifer auf den Straßen zu Neuseelands. Ich selbst war direkt nach dem Abi in Neuseeland mit meinem Van “Fridolin” unterwegs und wie auch du ins Vanlife in Neuseeland starten kannst erfährst du hier.

24 Stunden Flugzeit ans andere Ende der Welt

Startest du deine Reise in Deutschland wirst du die erste große Etappe ab Frankfurt am Main starten. Vom größten internationalen Flughafen aus, heben Flugzeuge in die entferntesten Destinationen ab. Um ans andere Ende der Welt zu kommen, wirst du noch einen Zwischenstopp einlegen – einen Direktflug nach Neuseeland gibt es nämlich nicht. Beim Blättern im Reiseführer oder mit einem der Hobbit Filme wird die Zeit wie im Fluge vergehen!

First things first – Was du für’s Vanlife in Neuseeland brauchst:

Im Grunde braucht es nicht viel, um in dein Abenteuer zu starten: einen internationalen Führerschein (ca. 15 Euro bei der Führerscheinstelle deines Landkreises), einen Van und eine grobe Route für den Anfang ist sicher auch gut. Aber Achtung! Hier herrscht Links-Verkehr und das kann besonders am Anfang tricky sein – aber nach ein paar Stunden Fahren bist du schnell drinnen!

Fahren mit den Camper in Neuseeland

Camper-Vermietung in Neuseeland

Du bist nur für einen sehr kurzen Zeitraum in Neuseeland? Dann wirst du dir wahrscheinlich einen Camper von den verschiedenen Anbietern mieten – und damit bist du nicht alleine. Auf den Straßen kommen dir immer wieder Camper der Firmen Juicy, Spaceships, Happy Campers und Co. entgegen. Hierbei hast du verschiedene Möglichkeiten: von der “Holzklasse” bis hin zu superluxuriösen – hier ist für jeden was dabei!

Van kaufen auf Neuseeländisch

Neuseeland ist ein sehr unbürokratisches Land, und so ist es auch sehr viel einfacher ein Auto oder einen Van zu kaufen als z.B. in Deutschland. Einige Reisende kaufen sich sogar einen Van, wenn sie nur vier Wochen in diesem Land unterwegs sind – ob sich das lohnt, sollte man sich vorher ausrechnen durch Vergleiche und Erfahrungsberichte. 

Einen passenden Van kannst du über das schwarze Brett in Hostels finden, über Facebookgruppen oder andere Websiten wie z.B. Backpackerboard.  

Oder du besuchst einen der Car Markets. Diese Märkte gibt es in erster Linie in den größeren Städten, wie Christchurch und Auckland. Sowohl Händler als auch Private, wie Backpacker, verkaufen hier ihre Vans und es gibt so manch interessantes Modell zu entdecken. Zu den beliebtesten Modellen zählen hier der Toyota Hiace oder Toyota Estima – du wirst hier viele auf den Straßen sehen. 

Van in Neuseeland

Meist gibt es auf dem Markt die Möglichkeit einen “Vehicle Check” direkt vor Ort von einem Mechaniker durchführen zu lassen. Hier lege ich dir aber ans Herz lieber einen unabhängigen, den du selbst organisiert, einmal über das Fahrzeug blicken zu lassen.

Sobald ihr euch auf einen Preis geeinigt habt und du dich für den Kauf entscheidest, folgt nur noch die Ummeldung. Anders als in Deutschland bekommst du zu den Fahrzeugen in Neuseeland keine Papiere, du musst lediglich das Fahrzeug ummelden. Auch das Kennzeichen bleibt am Auto dran und wird übernommen. Der “Change of ownership” ist ganz unkompliziert. Sowohl der Verkäufer als auch der Käufer füllt das MR13 Formular aus und gibt es am Schalter eines Post Offices oder einer Servicestelle vom WOF oder AA (quasi der neuseeländische ADAC) ab. Das Dokument kostet dich ca. 9 NZ$.

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Steuer, Versicherung und WOF

Die Steuern – die “Rego” – zahlst du bequem per Post oder online und wählst hier einen Zeitraum zwischen drei, sechs, neun oder einem ganzen Jahr im Voraus aus. Wurde der Antrag erfolgreich ausgefüllt erhältst du einen Aufkleber, der an der Windschutzscheibe befestigt wird. Hierbei kannst du mit einem Preis von 10 bis 15 NZ$ rechnen.

Eine Versicherung ist in Neuseeland keine Pflicht, dennoch empfehlenswert. Aufgrund der Straßenverhältnisse, des Links-Verkehrs und der Touristen kann es zu Unfällen kommen. In der Regel schließen die meisten Backpacker eine Third-Party-Insurance ab. Das bedeutet, dass nur die Schäden am anderen Auto übernommen werden und nicht die am eigenen Fahrzeug. Abschließen kannst du diese Versicherung z.B. bei AA. Solch eine Versicherung kann äußerst praktisch sein, auch bei kleineren Zwischenfällen, wie z.B. das Auffahren auf ein Auto auf einem Supermarktparkplatz…

Peace Love Om Vanlife Bürokratie Versicherung Schutzbrief

Der WOF, also der Warranty of Fitness, ist mit dem TÜV vergleichbar. Besteht das Fahrzeug die Inspektion und erhält die Plakette, verlängert sich der WOF um 6 oder 12 Monate. Die Länge hängt vom Alter des Fahrzeugs ab. Für die Inspektion (ohne Reparaturen) solltest du mit 50 bis 70 NZ$ planen.

Als Adresse trägst du auf den Formularen i.d.R. die Adresse deines ersten Hostels an. Auf Nachfrage an der Rezeption erhältst du hier auch eine offizielle Bescheinigung. 

Self-Contained = offizielles Wildcampen?

Sehr viel Freiheit erreichst du mit dem Self-Contained Zertifikat. Doch was kann dieser kleine blaue Aufkleber auf der Heckklappe denn eigentlich?

Hast du die Plakette darfst du:

  • alle ausgeschriebenen Campsites in Neuseeland nutzen
  • “Freedom Camping” betreiben: überall dort übernachten, wo es erlaubt und nicht explizit verboten ist

Zum Thema Freedom Camping solltest du dich vorab gut informieren, wo du stehen darfst, denn die Councils von Neuseeland ändern immer öfter ihre Bestimmungen. Vor allem in den letzten Jahren mussten diese Regeln verschärft werden – durch widriges Verhalten der Vanlifer. Hier also noch einmal die Bitte, sich an die Regeln des Gastlandes zu halten, sonst wird Vanlife so nicht mehr möglich sein.

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Um die Self-Contained Plakette zu bekommen, muss dein Van folgende 5 Kriterien erfüllen:

  • 1x Frischwasser- und 1x Abwassertank mit je einer Fassung von 12L pro Person für 3 Tage
  • ein Spülbecken, verbunden mit dem Wasser- und Abwassertank
  • eine Handpumpe oder elektrische Pumpe für die Spüle
  • einen Mülleimer mit einem Deckel
  • eine Toilette, eingebaut oder ein “portable loo”, das im Van genutzt werden kann

Detaillierte Informationen erhältst du auf: https://selfcontained.co.nz/ 

Stellplatzsuche in Neuseeland

Für die Stellplatzsuche in Neuseeland hat sich vor allem die App “CamperMate” als äußerst nützlich erwiesen. Diese App zeigt dir alle verfügbaren und legalen Stellplätze in Neuseeland und auch Australien an. Die Filterfunktionen sind dabei sehr praktisch! Du kannst zwischen kostenlosen oder zu zahlenden Plätzen auswählen, sowie extra CamperMate Angebote anzeigen lassen. Auch öffentliche WCs und kostenlose Duschen lassen sich hier finden.

Vanlife in Neuseeland

Viele Stellplätze werden vom DoC – Department of Conservation – verwaltet und kosten einen kleinen Betrag. Die Höhe der „fee“ ist von der Campsite-Ausstattung abhängig. Hab‘ hier immer Bargeld zur Hand, denn der Betrag wird in ein kleines Kuvert gepackt mit einem kleinen Anmeldezettel. Eingeschmissen wird dieser Umschlag in einen kleinen Briefkasten auf dem Campingground.

Vanlife Hygiene auf Neuseeländisch

Ein großes Plus für Vanlife in Neuseeland sind die kostenlosen Sanitäranlagen, die du in einigen Ortschaften aufsuchen kannst. Auch gibt es in manchen Bibliotheken und in den meisten Schwimmbädern die Möglichkeit für wenige Dollar eine warme Dusche zu genießen. Zudem gibt es auf fast jedem Wanderparkplatz und auch auf den Routen selbst Toiletten. Hier solltest du allerdings keinen Porzellanthron erwarten, denn diese sind i.d.R. “Plumsklos” also Trockentoiletten, die aber dennoch sehr sauber sind und gut belüftet. Auch hier kannst du die App CamperMate nutzen, um ein Stilles Örtchen zu finden.

Duschen in einen Camper-Stellplatz in Neuseeland

Ver- und Entsorgungsstationen kannst du in fast jedem größeren Ort mit Tankstelle und Supermarkt finden. Oft gibt es hier auch die Möglichkeit kostenlos Trinkwasser aufzufüllen – ein Aspekt, den wir auf der Reise durch Neuseeland sehr genossen haben.

Einkaufen in Neuseeland

Deine Essensplanung musst du in Neuseeland nicht für eine Woche machen, denn du wirst immer wieder auf der Strecke einen Laden, Markt oder Gemüsestand finden. In den kleineren Orten gibt es nahezu immer einen 7Eleven oder ähnliches. Je größer die Stadt, desto häufiger wirst du einen Countdown oder Pack’n’Save entdecken. Letzterer ist besonders beliebt, da er i.d.R. etwas preisgünstigere Angebote hat und auch Tankgutscheine auf die Kassenbons druckt. Bei den Lebensmittelpreisen musst du mit höheren Summen rechnen, dagegen bei den Spritpreisen mit etwas geringeren im Vergleich zu Deutschland.

Fahren auf Neuseelands Straßen

Strasse in Neuseeland

Das Fahren auf den neuseeländischen Straßen unterscheidet sich kaum von dem in anderen Ländern – bis auf die atemberaubende Landschaft natürlich. Dennoch solltest du vorab ein paar Dinge wissen:

  1. Im Kreisel wird nach innen geblinkt

Tatsächlich wird hier im Kreisel immer geblinkt. Nämlich dann, wenn du einfährst nach innen – also nach rechts – und sobald du den Kreisel verlassen möchtest nach links. Es braucht ein wenig sich daran zu gewöhnen, ist aber sehr vorausschauend für alle Beteiligten.

  1. Tempolimit von 100km/h

In Neuseeland wirst du kaum schneller als 100 Stundenkilometer fahren. Innerorts herrscht 50km/h.

  1. Links-Verkehr, aber trotzdem gilt: Rechts-vor-Links
  2. Toll-Roads – kostenpflichtige Straßenabschnitte

Auch in Neuseeland gibt es quasi Maut-Strecken. Diese befinden sich in den größeren Städten, wie Auckland, Christchurch und Wellington. Schilder signalisieren dir, ab welchem Punkt du für die Nutzung der Straße zahlen musst. In der Regel kannst du diese Streckenabschnitte auch bequem umfahren.

Mit dem Van in Neuseeland unterwegs zu sein, kann ein wahrgewordener Traum werden – auch von dir! Planst du gerade dein Vanlife in Neuseeland oder warst schon mal dort? Wir freuen uns über deinen Kommentar.

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