Vanlife auf Malta – das Paradies für Freisteher 

Vanlife auf Malta – das Paradies für Freisteher 

16. März 2021 Reisen Vanlife 0
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Wer an Vanlife in Südeuropa denkt, dem fällt zunächst natürlich Portugal und Griechenland ein, möglicherweise auch Spanien und Italien.

Aber auch Malta bietet tolle Bedingungen fürs Vanlife. 

Malta? Genau, die kleine Inselgruppe im Mittelmeer südlich von Sizilien bietet tolle Voraussetzungen für eine unbeschwerte Zeit in seinem Van.

Die Republik Malta besteht aus drei bewohnten Inseln (Malta, Gozo und Comino) sowie einigen unbewohnten Kleinstinseln.

Malta ist so klein wie Bremen und trotzdem als Camperland ganz groß.

Seit 2004 ist Malta Mitglied der EU, was die Einreise für EU-Bürger sehr vereinfacht. Bezahlt wird seit 2008 mit dem Euro. 

 

Anreise

 

Die Anreise mit dem Camper ist mühseliger als in andere südeuropäische Staaten, da man mit einer Fähre von Sizilien aus übersetzen muss.

Zwei Verbindungen stehen dafür zur Verfügung.

Zum einen kann man von Catania (im Nord-Osten Siziliens) aus reisen.

Die Strecke bis zur Hauptstadt Valletta wird in ungefähr 8 Stunden zurücklegt. Wer es lieber etwas zügiger mag, kann auch die Katamaran-Fähre im Süden buchen.

Diese ist zwar etwas teurer, aber dafür ist die Strecke Pozzallo – Valletta in ca. 100 Minuten zu erreichen. 

Hat das Schiff in der Hauptstadt Valletta angelegt, kann das Abenteuer beginnen. Und das beginnt auch sofort, denn auf der Insel herrscht Linksverkehr.

Was am Anfang noch beängstigend wirkt, wird aber recht schnell zur neuen Normalität. 

 

Maltesisch oder Englisch

 

Malta überrascht einen mit einer zauberhaften Mischung aus orientalischen, britischen und italienischen Einflüssen. Besonders beeindruckend ist diese Melange in der Sprache auf der Insel.

Maltesisch ist nämlich die einzige arabische Sprache der Welt, die ihre Wörter in lateinischen Buchstaben niederschreibt.

Dies führt allerdings zu schwer aussprechbaren Namen von Orten und Strassen. Da neben Maltesisch aber auch Englisch Amtssprache ist, ist es einfach sich auf Malta zu verständigen.

Die Malteser sind sehr freundlich und hilfsbereit.

Man findet sich sehr leicht in vielen Gesprächen wieder und lernt so das Land und die Menschen noch viel besser kennen. 

 

 

Vanlife auf Malta

 

Bist du mit dem Camper auf Malta angekommen, wirst du sehr schnell feststellen, dass es kaum offizielle Campingplätze gibt. Auf der Hauptinsel Malta gibt es ganze zwei Campingplätze, auf der zweitgrößten Insel Gozo keinen.

Malta ist allerdings das Paradies für Freisteher. Voraussetzung ist natürlich, dass du dich weitgehend autark versorgen kannst.

Aufgrund der Lage und der langen Sonnenscheindauer ist eine ausreichende Stromversorgung über Solar auch in den Wintermonaten sehr gut möglich.

Die freie Trinkwasserversorgung ist im Vergleich zu anderen Ländern, wie Italien oder Portugal vergleichsweise schlecht.

An Tankstellen findet sich aber auch, aufgrund der Hilfsbereitschaft der Maltesen, immer genügend Gelegenheit zum Auffüllen. 

Nicht nur die Versorgung ist manchmal eine Herausforderung, auch die Entsorgung gestaltet sich eher schwierig. Zumindest für  Chemietoiletten. Es gibt nämlich keine Entsorgungsstationen außerhalb der Campingplätze. 

Was macht Malta nun trotzdem zu einem besonderen Camperland? Die Malteser sind selbst ein begeistertes Campervolk und an vielen Buchten stehen Wohnmobile oder Wohnwagen.

Die Straßen sind gut ausgebaut und auch mit großen (Expeditions-)Mobilen ohne Probleme zu befahren.

Wer einen schönen Ort gefunden hat-und das ist wirklich einfach- kann dort unbehelligt auch mehrere Tage oder sogar Wochen verbringen. Und obwohl Malta klein ist, gibt es wirklich überall etwas zu entdecken.

Die Schönheit der Natur ist nicht in Worten zu beschreiben.

 

Die Insel ist ein einziges Naturschauspiel. Hinter jeder Bucht wartet neues kristallklares Wasser darauf entdeckt zu werden.

 

Die größten Städte mit dem buntesten Programm finden sich auf der Hauptinsel Malta rund um Valletta. Wer mehr Ruhe und noch mehr unberührte Natur möchte, sollte die Insel Gozo besuchen.

Um hierhin zu gelangen, muss erneut mit einer Fähre fahren werden.

Die Fährfahrt von Cirkewwa im Osten von Malta nach Mgarr im Westen von Gozo ist unproblematisch, da die Fähre ca. alle 30 Minuten ablegt. Die eigentliche Fahrt dauert nur knapp 25 Minuten und führt auch an der dritten bewohnten Insel Comino vorbei.

Kleine Besonderheit:  Die Fährüberfahrt wird erst bei Rückreise bezahlt. 

Gozo ist eine Insel mit sehr viel unberührter Natur und sehr viel ruhiger im Vergleich zur quirligeren Region rund um die Hauptstadt Maltas. Hier leben nur ein Zehntel aller Einwohner.

Das merkt man, wenn man an vielen Buchten auf Gozo ganz alleine seine Zeit verbringt.

Das Freistehen ist auch hier ohne Probleme möglich. Besonders bekannt war Gozo für das Azure Window, ein Felsentor im Osten der Insel, das allerdings in einem heftigen Sturm 2017 eingestürzt ist.

Trotzdem bleiben noch genügend Naturwunder zum Bestaunen übrig. 

Malta und besonders Gozo sind zudem für ihre faszinierenden Tauchreviere bekannt. Wer möchte, findet zahlreiche Tauchschulen, die auch deutschsprachige Guides anbieten. 

 

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Essen und Getränke

 

Das „Nationalgetränk“ ist Kinnie, eine bittersüße Limonade aus Bitterorangen und Kräutern. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder du liebt sie oder du hasst sie. Jemanden zu finden, der zu Kinnie keine Meinung hat, ist fast unmöglich. 

Malta ist berühmt für seine Fischspezialitäten und für Gerichte mit Kaninchen. Aber auch Pastizzi (Blätterteig gefüllt) findest du sehr häufig.

Gozo ist bekannt für seinen speziellen Käse, der dort Gbejna heißt und ebenfalls außerordentlich lecker ist. 

 

Fazit

 

Wer die Zeit und die Muße hat, die lange Anreise auf sich zu nehmen, dem steht eine wunderschöne Zeit auf Malta bevor. Die faszinierende Natur und die freundlichen Menschen werden unvergessliche Momente und Erlebnisse hinterlassen.

Allerdings solltest du dich vorher mit der Ver- und Entsorgung deines Campers auseinandersetzen, um böse Überraschungen zu vermeiden. 

 

 

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