Dieser Leitsatz beschreibt das Leben von Elisabeth – Lilli – Mixich perfekt, denn Reisen ist ihr großes Lebensthema. Leuchtend blaue Augen und ein herzliches Lächeln fallen uns an ihr als Erstes auf und machen sie direkt sympathisch.

Mit ihren 64 Jahren hat sie schon über 60 Länder bereist und dabei ihre große Liebe zu Afrika entdeckt. Ihre spannende Lebensreise nimmt dich mit in ferne Länder! Vielleicht inspiriert es dich sogar, deine eigenen Reiseträume Wirklichkeit werden zu lassen.

Wie alles begann…

Schon als Kind war Lilli auf Reisen mit ihrem Vater fasziniert von den Nomaden, die durch die Welt zogen und so anders lebten als alle anderen. Ihre erste eigene Begegnung mit dem Gefühl von Freiheit machte sie im Jahre 1976.

Damals lernte sie ihren Freund Willi kennen und die beiden beschlossen mit einem VW Käfer nach Venedig zu fahren. Bei offenem Schiebedach, den Wind in den Haaren und die Hände nach oben gestreckt – Lilli fühlte den unbändigen Geist der Freiheit in ihren Adern und verliebte sich in das Reisen.

Vanlife in Afrika Lilli Mixich Freiheit
Griechenland 2001

Lilli verliebt sich in Afrika

Zwei Jahre später machten Lilli und ihr Freund während einer Spanienreise einen Ausflug nach Marokko. Dieser Tag ist ihr noch lebhaft in Erinnerung, denn er hat die Weichen für ihr gesamtes weiteres Lebens gestellt. „Als ich das erste Mal meinen Fuß auf afrikanischen Boden setzte, der Geruch von Afrika in meine Nase stieg und ich einen ersten Eindruck von der Kultur bekam, war es um mich geschehen.“ berichtet sie mit einem seligen Lächeln im Gesicht.

Sofort packte sie die Sehnsucht danach, diesen Kontinent weiter zu bereisen und kennen zu lernen, sodass sie ein Jahr später ihre erste längere Afrika-Reise unternahm, welcher noch viele folgen sollten. Auf die Frage, welches ihr Lieblingsland auf dem afrikanischen Kontinent ist, muss Lilli nachdenken. „Das ist davon abhängig, was ich gerade brauche.“, antwortet sie schließlich. „Ob Strand oder Busch, es ist immer das wonach mir gerade ist und worauf ich Lust habe.“

Auswanderung nach Afrika

In den folgenden Jahren bereiste sie mit ihrem damaligen Partner die Sahara, indem sie oft die Jahresurlaube von zwei Jahren zusammen sparte, um möglichst lange unterwegs zu sein. Doch bei diesen Urlauben ließ sich nach ihrer Rückkehr nur schwer das Gefühl abschütteln, dass sie eigentlich länger unterwegs sein wollte. Also gönnte sich das Paar nach einer Beziehungskrise eine längere gemeinsame Auszeit und unternahm eine Afrikadurchquerung von Nord nach Süd, welche drei Jahre dauern sollte.

Danach stand für sie fest: Afrika ist unser Kontinent! Sie ließen Deutschland hinter sich und wanderten nach Südafrika aus, um dort drei Jahre zu leben und zu arbeiten und das Land ihrer Träume voll und ganz zu erleben und zu genießen. Während ihr Partner in dieser Zeit seine Karriere vorantrieb, wurde Lillis Wunsch wieder zu reisen immer größer und das Paar lebte sich auseinander.

Lilli kehrte nach Deutschland zurück und verliebte sich in Thomas, welcher eine Firma besaß, die Expeditionsmobile ausbaute, in welche Lilli zunächst mit einstieg. Doch der Wunsch zu reisen wurde für Lilli auch dort immer stärker, sodass das Paar schließlich die Firma verkaufte und eine Open-end Reise startete. Obwohl ihr geplantes Ziel Indien war, landete das Paar schließlich ungeplant wieder in Afrika und genoss die Zeit auf dem Kontinent, der sie beide so faszinierte. Es folgte eine Reise durch Australien, sodass insgesamt 10 Jahre ins Land gingen, in denen die beiden das Reiseleben genossen.

Gearbeitet – Gespart – Gereist

Wurde das Geld knapp, suchten Lilli und Thomas sich Möglichkeiten, Geld zu verdienen und so wurde Lilli schließlich zwischenzeitlich bei Freunden zu einer Lodge-Managerin und konnte so wieder genug ansparen, um erneut auf Reisen zu gehen. „Gearbeitet, gespart, gereist“ lautete Lillis Devise und so konnte sie ihr Reiseleben stets gut finanzieren.

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 Südlichster Punkt in Afrika 1989

Plötzlich alleine

Doch mit 55 Jahren trennte Lilli sich schließlich von ihrem Partner und ein völlig neuer Lebensabschnitt begann. Sie arbeitete ein paar Monate, um Geld zu sparen und machte sich dann zum ersten mal ganz alleine auf den Weg. Nun selbst hinterm Steuer zu sitzen war für Lilli vollkommen neu, da stets ihre Partner das Fahren übernommen hatten und es brauchte eine Zeit, bis sie sich zutraute, auch Offroad zu fahren.

Doch mit jedem gefahrenen Kilometer wurde sie sicherer und begann, die ganze Verantwortung für ihr Auto zu übernehmen. „Ich war immer mit einem Mechaniker unterwegs und musste mich nie um die Technik kümmern, daran musste ich mich erst gewöhnen. Doch als ich es verstanden hatte, begann ich, mein Auto zu pflegen, denn es ist mein Mittel zur Freiheit.“
Selbst wenn sie eine Panne hatte, fand sie stets irgendwo Hilfe und eine Werkstatt.

Lillis Reise zu sich selbst

Auch wenn das Alleinereisen zunächst eine Herausforderung für die Weltenbummlerin war, hat sie es nie bereut, ihren Mut zusammengenommen zu haben. „Manchmal muss man die eigene Welt verlassen, um zu sehen, dass es noch andere Welten gibt und Impulse erfahren, die über den eigenen Horizont hinausgehen“ ist sich Lilli sicher. Sie entdeckte in dieser Zeit alleine Afrika und genoss es, ihre persönliche Freiheit auszuleben. „Es gibt nichts Schöneres, als in der Wildnis zu stehen und den Tieren nahe zu sein“.

Somit war diese Erfahrung, ganz auf sich gestellt zu sein, auch für sie persönlich sehr wichtig und hat ihr viel gegeben. Mit sich alleine sein zu können, sich alleine zu freuen und alleine neue Menschen kennen zu lernen ist für Lilli eine tolle Erfahrung gewesen. Kontakte knüpfte sie in dieser Zeit hauptsächlich über Facebook-Gruppen und kann diese sehr empfehlen, wenn man auf der Suche nach Gleichgesinnten ist.

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An der Küste von Kenia

Alleine Reisen vs. Reisen mit Partner

Lilli hat auf ihren jahrelangen Reisen beides erlebt und kann es gut vergleichen:
„Ich habe ja mit meinem ersten Langzeitpartner für 17 Jahre das Reisen entdeckt und Blut geleckt für ein Nomadendasein. Die Faszination für das unabhängige Reisen in Fahrzeugen hat mich dann mit meinem 2. Langzeitpartner für 19 Jahre begleitet.

Ein großer Vorteil des Zusammenreisens als Paar ist das geteilte Leid und natürlich auch die geteilte Freude der Reiseerlebnisse. Reisen und Leben in einem Fahrzeug bedeutet ja auch Alltag und die damit verbundenen verschiedenen Aufgaben, die man sich als Paar gut aufteilen kann. Ich war so immer zuständig für die Planung und Navigation, die Kommunikation mit der Außenwelt und das leibliche Wohl. Er hat sich um alles Technische gekümmert und gute Stellplätze ausgekundschaftet.

Hatte man zum Beispiel einen schönen wilden Stellplatz gefunden oder eine Panne auf der Straße und war dann aber von einer plötzlich auftauchenden neugierigen Menschenmenge umgeben, konnte einer immer die Meute ablenken, bespaßen oder im Zaum halten und der andere konnte trotzdem in Ruhe reparieren, Camp aufbauen, kochen, aufräumen etc.

Kongo 1988

Herausforderung des Alleineseins

Ist man alleine unterwegs muss man all diese Aufgaben selbst erledigen, was meistens ziemlich anstrengend ist. Hierbei lernt man flexibel zu sein und gegebenenfalls zu warten bis es dunkel wird und man dann erst anfangen kann, das Camp einzurichten. Nachteil ist aber auch, dass, wenn man in einer Partnerschaft an eine Aufgabenteilung gewöhnt ist, es nun sehr schwer ist, alleine jegliches Problem zu lösen oder jede Entscheidung selbst zu fällen.

Und auch die entsprechende Verantwortung für alles zu übernehmen. Ich bin zum Beispiel gut in der technischen Theorie, aber in der Praxis traue ich mir wenig zu. So stellt jedes technische Problem erst mal ein unüberwindbares Hindernis für mich dar und ich tue mich schwer einen kühlen Kopf zu behalten.

Ich falle schnell in Panik und fahre dann zum Beispiel bestimmte Allradstrecken nicht, weil ich sie mir als Fahrerin nicht zutraue. Hier fehlt mir die Naivität des „Nichtkennens“ und das eigene Zutrauen in „das schaffst du schon“. So bin ich bis zu meinem fünfundfünfzigsten Lebensjahr nie selbst gefahren, da meine beiden Partner gute und versierte Fahrer waren.

Als Beifahrer sieht man zwar, wann der Fahrer vor einer Tiefsandstrecke schaltet und Gas gibt, aber selbst fehlt einem das Gefühl, im Fahrersitz zu sitzen und die Reaktion des Fahrzeugs elementar zu spüren und gegenzusteuern.

Zu zweit oder doch lieber alleine durch Afrika reisen?

Fazit: In meinen Paarbeziehungen habe ich zu wenig darauf geachtet, dass ich ja mal selber so eine Situation meistern müsste. Das gilt natürlich für alles was das Autoleben ausmacht, sei es nun Handeln beim Einkaufen, Online-Banking, Einschränkungen bei Krankheit, Bürokratie bei Grenzübertritten, Reifenwechseln und vieles mehr.

Und ich habe es als zu selbstverständlich angesehen, dass man ja zu Zweit unterwegs ist und diese Zweisamkeit ewig dauern wird. Allerdings habe ich sehr wohl darüber nachgedacht, wie ich leben möchte und der Wunsch, ein unabhängiges Fahrzeugleben zu führen war ganz klar auch meine Lebenspriorität. Deswegen fiel mir die Entscheidung dieses Leben weiterzuführen gar nicht schwer. Ich hab nie in Frage gestellt, dass ich es nicht irgendwie schaffen könnte.

Trotzdem hat es lange gedauert bis ich die vollständige Verantwortung für mich und mein Leben übernahm. Es war ein Herantasten und Ausprobieren, auch an das, was für mich absolut wichtig ist im Vanlife. Vorteil meiner jetzigen Art des Reisens ist ganz klar die persönliche Freiheit, die ich für mich gewonnen habe.

Ich muss mich nicht mehr mit den Wünschen, Ansprüchen und Unzulänglichkeiten meiner Partner auseinandersetzen und kann jederzeit selbst entscheiden, wie ich mein Leben gestalte. Und gerade die technischen Probleme und Pannen haben mich im Zutrauen zu mir selbst weiter gebracht und gestärkt. Heute kann ich es mir schwer vorstellen, jemand an das Steuer meines Toyotas zu lassen oder Kompromisse im Zusammenleben zu machen.

Im Grunde genommen kann ich es so zusammenfassen: In der ersten Partnerschaft habe ich die Reiselust und das Nomadenleben entdeckt und in der zweiten Partnerschaft das Leben auf der Straße perfektioniert und alle Erfahrungen gesammelt.

Lilli in ihrem Toyota und die Viktoriafälle in Simbabwe

Und in meiner jetzigen Phase entdecke ich mich Selbst und MEIN Reiseleben, also das, was ich möchte und mir gut tut. Und das vervollständigt, erfüllt und stärkt mich. Auch dass ich es bin, die es irgendwie schafft, dieses Leben zu leben ohne das mentale Backup eines Partners.

Und die Aussage vieler Pärchen, das höchste der Gefühle wäre die gemeinsam erlebte Freude kann ich zwar nachvollziehen, sie stimmt für mich aber heute nicht mehr.

Im Gegenteil, die Dankbarkeit und der Stolz auf mich selbst, welche in bestimmten Momenten aufkommen sind teilweise um ein Vielfaches stärker, weil ich mich ganz auf mich und meine Gefühle konzentrieren kann.

Natürlich schweißen gemeinsam erlebte Höhen und Tiefen zusammen. Aber heute habe ich gelernt dies nicht mehr als selbstverständlich zu betrachten und merke, wie sehr mein eigen erlebtes Glück und Pech meine Persönlichkeit weiter bringt und zutiefst für mein Wohlbefinden sorgt.

In Bezug auf gefährliche oder angstvolle Situation, wo viele denken, es ist besser dem als Paar gegenüber zu treten, denke ich heute, dass es egal ist, ob man zu zweit oder alleine ist. Sicher kommt man alleine schneller an eine Grenze, aber das ist gut so und dient der Selbsterkennung.“

Zuhause auf vier Rädern

Viel Komfort hat Lilli nie gebraucht und somit ist ihr Toyota vor allem eins – praktisch! Ihr Bettgestell ist ein Holzbrett auf vier Plastikkisten, in denen ihr Hab und Gut verstaut ist. Sie besitzt zwar eine elektrische Kochplatte, bereitet ihre warmen Mahlzeiten jedoch meistens auf dem Feuer zu.

Das Holz dafür findet sie überall in der Natur. Drei 20-Liter-Kanister sind ihr Wasservorrat und gewaschen wird sich meist mit dem Waschlappen. Wenn sie dann mit einem Buch in der Natur sitzt und das Feuer knistert, ist das für sie das perfekte Leben.

Must-have für Reisen durch Afrika?

Ganz klar eine Toilette! „Nichts ist für mich unangenehmer als ein menschliches Bedürfnis in widrigen Umständen nicht oder nur schwierig nachgehen zu können. So habe ich in jedem meiner Fahrzeuge, sogar wenn ich nur in einem PKW, zu Fuß mit Rucksack oder Tasche unterwegs bin, eine Dose dabei um schnell und unkompliziert Pipi machen zu können.

Damit geht es auch im Stehen nahe am Fahrzeug mit einer weiten Bluse oder Kleid und auf schmutzigen öffentlichen Toiletten. Auch stehe ich in der Nacht nicht extra auf, sondern nutze meine gut verschließbare Dose im Vierfüßlerstand. Draußen wartet zum Beispiel in der Wildnis der nächste Löwe oder Elefant auf einen nächtlichen Ausflug. Oder ich stolpere und breche mir alle möglichen Knochen auf dem Weg zur Toilette, weil ich müde und unaufmerksam bin. Und für den größeren Notfall habe ich einen kleinen Eimer im Camper.“

Was wir von Lilli lernen können

Wenn es für Lilli einmal schwierig wurde, hat sie nie den Mut verloren und kann nur jedem raten, sich nicht von seinen Ängsten zurückhalten zu lassen. „Lasst es auch euch zukommen. Das Universum tut etwas für dich auf und gibt dir Möglichkeiten. Das, was zu dir kommen soll, das kommt zu dir und es wird weitergehen. In 20 Jahren wirst du eher enttäuscht sein, Wünsche nicht wahr gemacht zu haben – als sie zu realisieren. Und es ist nie zu spät… Entdecke! Träume! Erlebe!“

Wir bedanken uns bei der inspirierenden Lilli für den wahnsinnig netten Kontakt und empfehlen ihre Homepage von Herzen gerne an euch weiter. Auch auf Instagram findet ihr sie und könnt einen Einblick in ihren aktuellen Reise-Alltag bekommen.

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