Kostenlose Wohnmobil Stellplätze finden – ohne Apps

Kostenlose Wohnmobil Stellplätze finden – ohne Apps

13. Oktober 2021 Vanlife 2
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Kostenlose Wohnmobilstellplätze finden – wer mit einem Camper unterwegs ist, kennt diese Situation sicher gut.  Langsam bricht die Nacht herein, die Fahrt war lang und ein Stellplatz muss her.  Jeden Tag steht man vor der neuen Herausforderung. Wenn man – egal aus welchen Gründen – bei der Stellplatzsuche auf die einschlägigen Apps verzichten möchte, ist das gar nicht so einfach. Also: Wie kannst Du Stellplätze ohne App finden? Wir zeigen es dir!

 

Freistehen in Deutschland

Zuvor muss gesagt werden: Freistehen ist in Deutschland offiziell nicht erlaubt. Allerdings wird es „zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ meistens geduldet. Dafür ist allerdings ganz wichtig, dass es sich wirklich nicht um „Camping“ handelt. Das bedeutet, dass Du zum Beispiel Deine Campingstühle nicht rausstellen und auch die Markise nicht rausfahren darfst. Oft wird das zwar auch geduldet, wenn Du aber kein Risiko eingehen möchtest, des Platzes verwiesen zu werden, lässt Du es besser bleiben.




Die Schlussfolgerung aus „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ ist somit: Theoretisch kannst Du überall auf einem Parkplatz übernachten, sofern es keine Verbotsschilder gibt und Du maximal eine Nacht an diesem Platz bleibst. Handelt es sich um einen Parkverstoß bzw. um ordnungswidriges Campen, drohen Verwarn- oder Bußgelder zwischen 10 und 2.500 Euro.

Damit Du beim Freistehen etwas mehr auf der sicheren Seite bist, habe ich hier meine Tipps für die Stellplatzsuche für Dich.

 

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Satelliten-Karten zur Orientierung

Die Antwort, die ich am Anfang meines Teilzeit-Vanlifer-Daseins bekommen habe auf die Frage, wie andere ihre Stellplätze ohne App finden, war: Satelliten-Karten. Mir erschien das sofort logisch, schließlich sind solche Karten praktisch, um zu sehen, wie die Umgebung aussieht, in der man bleiben möchte.

Das Praktische bei Satelliten-Karten ist, dass man sehen kann, wo sich Häuser oder Wiesen befinden und welche Plätze somit eher ungeeignet sind, um dort die Nacht zu verbringen. Ebenfalls sehr praktisch sind Satelliten-Karten um – wenigstens teilweise – zu erkennen, wie die Wege zum potenziellen Stellplatz beschaffen sind. Ich habe mir auf diese Weise schon ein paarmal Schotterwege ersparen können.

 

Nachteile der Satelliten-Karten

Allerdings sind auch Satelliten-Karten zur Stellplatz-Suche nicht perfekt. Ein großer Nachteil: insbesondere wenn Du in einem bewaldeten Gebiet auf Stellplatz-Suche bist, wird Dir auffallen. Manchmal siehst Du außer Bäumen nicht besonders viel. Gerade dann, wenn es nicht die Option Street-View gibt, ist man oft vollständig auf die Satelliten-Bilder angewiesen, die eben genau das tun, was Satelliten-Bilder tun sollen: die Erde von oben zeigen. Nur passiert es dabei leider, dass potenzielle Stellplätze aus der Vogelperspektive einfach nicht sichtbar sind. Hier stößt die Satelliten-Karte also an ihre Grenze.

Ein weiterer Nachteil mit der Suche auf der Karte ergab sich für mich schon direkt zu Beginn: Wonach sucht man eigentlich, wenn man einen Stellplatz sucht? Ich hatte bisher in Deutschland keine Camping-Erfahrung und wusste nicht, wo man einigermaßen problemlos übernachten konnte. Wonach also auf der Karte suchen? Wenn es Dir genauso geht, habe ich Dir hier ein paar meiner Learnings aus den letzten Jahren Camping zusammengefasst.

 

Kostenlose Wanderparkplätze – ideal als Wohnmobilstellplatz

Mein Liebling bei der Stellplatz-Suche sind Wanderparkplätze. Diese haben den großen Vorteil, dass sie meistens am Rande von Städten und Dörfern in der Natur, meist in der Nähe von Wäldern, liegen. Wanderparkplätze sind oft groß genug, dass Du auch mit einem größeren Fahrzeug Platz findest, mit Glück gibt es außerdem Mülleimer dort. Ich mag Wanderparkplätze als Stellplätze gerne, weil sie meistens ziemlich ruhig sind und ich bisher, immerhin in wenig frequentierten Gebieten – also jetzt nicht gerade in den beliebten Wandergebieten – auch nicht auf Verbotsschilder gestoßen oder in Kontrollen geraten bin. Das heißt aber nicht, dass sich meine Erfahrungen pauschal auf alle Wanderparkplätze übertragen lassen!

 

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Ein Nachteil bei Wanderparkplätzen ist allerdings, dass dort oft Menschen vorbeikommen, die entweder – natürlich – wandern, joggen oder mit Hunden spazieren gehen. Insbesondere an den Wochenenden und ab den Nachmittags-/Abendstunden musst Du also damit rechnen, nicht unbedingt alleine zu sein. Dafür sind Wanderparkplätze nachts aber meistens dunkel und ruhig.

 

Parkplätze an Badeseen

Einer meiner persönlichen Favoriten neben einem Wanderparkplatz ist ein Parkplatz an einem Badesee. Badeseen sind auf Karten relativ leicht zu finden und verfügen meistens über Parkplätze. Diese Stellplätze haben den großen Vorteil, dass Du, wenn Dir danach ist, einfach spontan baden gehen kannst und meistens eine gute Infrastruktur hast. In der Regel gibt es zum Beispiel Mülleimer und Picknickbänke und mit Glück sogar eine (kalte) Dusche und einen Kiosk.

Allerdings ist es bei Badeseen manchmal auch ein wenig kompliziert mit der Übernachtung. Schau Dich vorher genau um, ob es auch wirklich keine Verbotsschilder gibt und behalte im Hinterkopf: insbesondere im Sommer bzw. an warmen Tagen wird es an einem Badesee auch bis spät in den Abend gerne mal voll und laut sein. Wenn Du also lieber komplett ungestört übernachtest, ist ein Badesee-Parkplatz wahrscheinlich nichts für Dich.

 

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Stellplatz Geheimtipp – Sackgassen

Was vielleicht erstmal etwas kontraintuitiv klingt, hat mir bei der Stellplatz-Suche schon ein paarmal geholfen. Sackgassen können sich manchmal als gute Plätze um die Nacht zu verbringen herausstellen. Insbesondere wenn es sich bei den Sackgassen um kleine Straßen am Rande von Dörfern oder im Wald handelt und Du auf der Karte erkennen kannst, dass dort keine Häuser sind. Es ist definitiv einen Versuch wert, sich dort nach einem Stellplatz umzusehen.

 

Hafenparkplätze

Nicht ganz so privat, aber für diejenigen, die mit autarken Campern reisen, sind Hafenparkplätze oft attraktiv. Es gibt einige Hafenparkplätze, auf denen man kostenlos übernachten darf und im besten Fall sogar Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten sowie Duschen und manchmal sogar WLAN hat. Ganz wichtig ist es hier aber, auf Verbotsschilder zu achten!

 

Warum lieber Stellplätze ohne App finden?

Diese Stellplatz-Tipps sind konkret Tipps, die Stellplätze ohne App zu finden, da diese ein paar Nachteile mit sich bringen. Erstmal sei gesagt: die wahren Geheimtipp-Stellplätze wirst Du mit einer der populären Stellplatz-Apps nicht finden. Die Apps erfreuen sich einer stetig wachsenden Beliebtheit! Das heißt, dass Du vielleicht einen schönen Platz finden wirst, aber dann meistens nicht alleine bleiben wirst. Insbesondere in der Hochsaison, wenn viele andere Camper unterwegs sind, sind Stellplätze, die in Apps genannt werden, gut besucht.

Ein daraus resultierender Nachteil ist, dass diese in den Stellplatz-Apps genannten Plätze zwar oft in der Natur aber oft auch vermüllt sind. Denn je mehr Camper einen Platz aufsuchen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass nicht alle den Platz so (sauber) hinterlassen, wie sie ihn vorgefunden haben.

Das größte Gegenargument ist für mich als Solo-Reisende, dass ich mich auf Stellplätzen, die in Stellplatz-Apps aufgeführt werden, oft nicht so sicher fühle wie auf Plätzen, die ich selbst gefunden habe. Dadurch, dass die Plätze in den Stellplatz-Apps für alle öffentlich einsehbar sind, kann es natürlich passieren, dass Du in der Nacht ungewünschten Besuch bekommst. Insbesondere alleine als Frau möchte ich solche unangenehmen Erlebnisse vermeiden und schlafe deshalb nur selten auf Plätzen, die in Stellplatz-Apps zu finden sind.

Hast Du Tipps für’s Stellplätze finden ohne App? Dann schreib’ gerne einen Kommentar!

 

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2 Antworten

  1. Tan Han sagt:

    Guten Tag
    Danke für die Erkennisse.
    In der Türkei gibt keinen Parkverbot Schildern.

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