Tipps zum Freistehen – Das musst du beachten!

Tipps zum Freistehen – Das musst du beachten!

10. August 2021 Vanlife 0
Peace Love Om Tipps zum Freistehen

 

Freistehen. Für viele Vanlifer und Camper die schönste Art zu reisen. Mitten in der Natur, fernab von den touristischen Stellplätzen und einfach nur – wie der Begriff schon sagt – frei! Wenn dein Camper hierfür auch noch autark ist, umso besser. So kannst du sogar eine längere Zeit in der freien Natur verbringen. 

In den letzten Jahren ist das Freistehen noch beliebter geworden und wird von immer mehr Menschen betrieben. Doch worauf solltest du achten, wenn du vorhast, eine Zeit in der Natur zu verbringen? Wir haben die wichtigsten Tipps zum Freihstehen für alle Neulinge zusammengetragen.

 

Ist Freistehen überhaupt erlaubt?

 

In Deutschland darfst du überall dort mit deinem Camper stehen, wo es nach der Straßenverkehrsordnung oder zusätzlichen Schildern nicht ausdrücklich verboten ist. Sieh dir also den Platz, an dem du stehen möchtest und seine Beschilderung genau an, bevor du dich entscheidest, zu bleiben.

Halte dich beim Freistehen an die Regel „Kein Camping, nur Parken“, damit du dein Fahrzeug weiterhin rein rechtlich gesehen „zu Verkehrszwecken“ nutzt. Das bedeutet, dass du kein Campingverhalten an den Tag legst, wie zum Beispiel deine Möbel herausstellst oder die Markise ausfährst.

Du darfst eine Pause von bis zu 10 Stunden machen, um deine körperliche Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen, das gilt auch über Nacht zum Schlafen. Was du hierbei in deinem Camper tust, ist hierfür nicht von Belang.

Wenn du ins Ausland fährst, informiere dich im Vorfeld darüber, ob dein Zielland Freisteher-freundlich ist. Während du in Skandinavien gute Chancen hast, sieht es zum Beispiel in Südeuropa schwieriger aus.

 

Peace Love Om Tipps zum Freistehen Schilder

 

Wie finde ich den besten Platz?

 

Bevor wir uns nun darum kümmern, was du bei der Wahl deines Platzes berücksichtigen solltest, widmen wir uns erst einmal der Frage, wie du die besten freien Plätze finden kannst.

 

Google Maps

Mit der Satellitenansicht von Google Maps kannst du ein Gelände von oben gut überblicken und absuchen. Halte die Augen offen nach Wanderparkplätzen oder gehe die Küste entlang, um geeignete Plätze für dich zu finden.

Der Vorteil hierbei ist, dass du die Chance hast, echte „Geheimplätze“ zu finden, an denen du wirklich deine Ruhe hast. Gleichzeitig kannst du jedoch im Vorfeld nicht checken, ob eventuell Verbotsschilder deinen ausgesuchten Platz zieren. Daher halte auch immer einen Plan B bereit und fahr nicht erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit los.

 

Apps

Über Apps wie zum Beispiel „Park4Night“ kannst du eine Vielzahl von Plätzen finden, die von anderen Nutzern geteilt und bewertet wurden. Leider sind diese Plätze oft keine einsamen Orte mehr, sondern werden mittlerweile von vielen Freistehern angefahren, vor allem, wenn sie gute Bewertungen haben. Lies dir diese Bewertungen am besten im Vorfeld durch, denn hier bekommst du direkt weitere Informationen.

Hat zum Beispiel gestern erst jemand eine Bewertung geschrieben, die besagt, dass er eine ruhige Nacht dort verbracht hat, kannst du relativ sicher sein, dass der Platz weiterhin als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung steht und nicht gesperrt wurde. Wenn du nichts gegen Gesellschaft hast, ist diese Möglichkeit die richtige für dich.

 

Mund-zu-Mund-Propaganda

Eine weitere gute Möglichkeit, schöne Plätze zu finden, ist die Empfehlung von anderen Campern. Sei es im Freundeskreis oder in Facebook- oder Telegram-Gruppen, manchmal sind diese Geheimtipps die besten.

Doch freue dich nicht zu früh – oft geben erfahrene Freisteher ihre liebsten Plätze nicht preis, um sie davor zu schützen, von zu vielen Campern besucht zu werden. Plätze, die veröffentlicht werden, sind leider oft in kürzester Zeit überlaufen und voller Müll.

 

 

Kriterien bei der Platzwahl

 

Wenn du nun einen Platz ins Auge gefasst hast, solltest du zunächst checken, ob er für dich in Frage kommt. Hierbei kannst du dich an den folgenden Auswahlkriterien orientieren:

 

Erreichbarkeit

Bevor du schnurstracks deinen ausgewählten Platz anfährst, versuche erst herauszufinden, ob dieser mit deinem Camper überhaupt gut zu erreichen ist. Laufe ein Stück zu Fuß vor, wenn du dir nicht sicher bist und beachte hierbei sowohl die Beschaffenheit des Bodens als auch die Steigung.

Nicht selten bleiben Camper im Sand stecken oder müssen einen Berg auf halber Strecke rückwärts wieder hinunterfahren, weil sie die Steigung mit ihrer Motorleistung nicht bewältigen können. Außerdem können Straßen und Wege vor allem im Ausland auch schnell so eng werden, dass es für größere Camper kein Durchkommen mehr gibt.

 

Peace Love Om Tipps zum Freistehen Erreichbarkeit

 

Verbotsschilder

Bist du am Platz angekommen, sieh dich zunächst nach Verbotsschildern um. Manchmal ist das Parken für gewisse Zeiten oder nur über Nacht verboten, dann solltest du dich an diese Vorschrift halten, sonst droht ein Strafzettel mit Bußgeld.

Doch nicht nur Verbotsschilder solltest du beachten, es kann außerdem sein, dass an deinem ausgewählten Platz Wochenmärkte oder ähnliches stattfinden, auch das solltest du berücksichtigen.

 

Bauchgefühl

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Wahl des Platzes sollte dein Bauchgefühl sein. Lass den Ort und die Umgebung auf dich wirken und spüre nach, ob du dich sicher und wohl fühlst. Ist das nicht der Fall und dir kommt irgendetwas komisch vor, fahr lieber weiter.

 

Verhalten beim Freistehen

 

Du hast also deinen Platz gefunden und dich entschieden, zu bleiben. Dann kannst du dich jetzt entspannen und die Natur genießen. Doch hierfür haben wir noch ein paar ungeschriebene Gesetze für dich, die jeder Freisteher beachten sollte.

 

Sei freundlich

Falls du in der Nähe von Häusern stehst, sei stets freundlich zu den Anwohnern. Oft sind diese nicht besonders begeistert von Übernachtungsgästen in ihrer näheren Umgebung und melden sie dann dem Ordnungsamt. Daraufhin kommt es nicht selten zum Aufstellen von Verbotsschildern und genau das wollen wir unbedingt vermeiden.

 

Hinterlasse keinen Müll

Es sollte selbstverständlich sein, dass du deinen Müll beim Verlassen des Platzes wieder mitnimmst. Besonders schön ist, den Platz noch sauberer zu verlassen, als du ihn vorgefunden hast, denn so tust du auch noch etwas Gutes für die Umwelt. Ein Müllgreifer oder Handschuhe dabei zu haben, ist also immer eine gute Idee.

Gleiches gilt natürlich auch für anderen Hinterlassenschaften, wie dein Grauwasser oder der Inhalt deiner Toilette. Beides hat in der Natur nichts verloren. Nutze hierfür eine der überall zu findenden Entsorgungsstationen.

Solltest du keine Toilette an Bord haben, kannst du für das große Geschäft einen Klappspaten mit dir führen und deine Hinterlassenschaften einfach vergraben, so wird niemand belästigt. Selbstverständlich solltest du Feuchttücher und Klopapier anderweitig entsorgen.

 

Peace Love Om Tipps zum Freistehen Müllsammeln

 

Verhalte dich unauffällig

Wie bereits erwähnt, solltest du beim Freistehen darauf achten, dass du tatsächlich nur parkst und nicht campst. Verwende also keine Auffahrkeile (Um dein Fahrzeug gerade auszurichten, reicht es meist auch, eine kleine Vertiefung für die entsprechenden Reifen zu graben), stelle keine Möbel heraus und halte dich insgesamt eher bedeckt.

Dazu zählt auch, dass du deine Umgebung nicht mit lauter Musik beschallst oder den Grill auspackst. Verdunkele, wenn möglich, deine Fenster, wenn es dunkelt wird und du deine Innenbeleuchtung einschaltest. So fällst du im Dunkeln nicht so sehr auf.

Wenn du diese Tipps beherzigst, erhöht sich die Chance, dass geduldete Plätze auch weiterhin bestehen bleiben und nicht durch Verbotsschilder blockiert werden. So ist es leider schon mit vielen Plätzen in der Vergangenheit geschehen, weil sie wie Campingplätze genutzt und die Natur nicht respektiert wurde.

 

Respektiere die Freiheit der anderen

Oft suchen Menschen, die freistehen wollen, die Ruhe und Einsamkeit von Orten, um für sich zu sein und die Natur zu genießen. Respektiere also den Raum des anderen und halte Abstand, sodass jeder sein Ding machen kann.

Meist merkt man doch recht schnell, ob der andere auch Kontakt aufnehmen möchte, oder nicht. Aufdringliche Mitmenschen werden beim Freistehen nicht besonders gerne gesehen.

 

Peace Love Om Tipps zum Freistehen Respektieren

 

Parke immer in Fluchtrichtung

Gerade an Orten, wo das Freistehen nicht 100 % sicher ist, solltest du darauf achten, dein Fahrzeug so zu parken, dass du jederzeit wegfahren kannst, ohne umständlich zu rangieren. Sei es, weil du dich nachts nicht mehr sicher fühlst oder aus anderen Gründen – so kannst du jederzeit losdüsen.

 

 

Ein letzter Tipp zum Freistehen:

 

Auch wenn es sich gerade bei längeren Fahrten anbietet, solltest du es unbedingt vermeiden, auf Autobahnraststätten oder Parkplätzen zu übernachten. Hier ist das Risiko ausgeraubt zu werden am größten, denn die Diebe sind schneller wieder auf der Autobahn und über alle Berge, als du gucken kannst. Lasse hier vor allem dein Fahrzeug niemals unbeaufsichtigt.

Wenn du diese Tipps beim Freistehen beherzigst, kann diese Art des Reisens eine wunderbare Erfahrung für dich werden. Genieße die Natur, die Freiheit und hab eine schöne Zeit!

 

Hast auch du Erfahrungen im Freistehen und vielleicht sogar noch weitere Tipps, die du mit uns teilen möchtest? Oder hast du Fragen zum Thema Freistehen? Dann lass gerne einen Kommentar da.

 

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