Nadine lebt seit 3 Jahren im Wohnmobil mit sechs Hunden

Nadine lebt seit 3 Jahren im Wohnmobil mit sechs Hunden

4. Juni 2021 Vanlife 0
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Mein Wohnmobil ist der Traum, den ich immer hatte.“

Im Oktober 2020 haben wir Nadine kennen gelernt. Die 38-jährige reiste damals schon seit 3 Jahren mit ihren sechs Hunden durch Europa.

In ihrem ausgebauten Hobby 600 Fiat Ducato hat Nadine ihr Zuhause gefunden und uns erzählt, wie sie dazu kam, alles hinter sich zu lassen und ein Leben auf Reisen zu führen.  Hier geht´s zur Roomtour ihres Wohnmobils.

Nun haben wir sie 6 Monate später wieder besucht und wollten wissen, wie es ihr geht und was es Neues gibt.

 

Schön, dich wiederzusehen, Nadine! Als wir uns im Herbst zuletzt gesehen haben, warst du für den TÜV deines Wohnmobils in Deutschland. Wo hast du denn den Winter verbracht?

 

Ich bin mal hier, mal da. Aber den Winter habe ich in Portugal und Spanien verbracht und die milden Temperaturen in den Wintermonaten sehr genossen. Wer neugierig ist, kann gerne auf meinem YouTube-Kanal vorbeischauen, da poste ich aktuell jede Woche ein neues Video und zeige, wie mein Leben aktuell so aussieht.

 

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Was war der schönste Ort, den du auf deiner Reise besucht hast?

 

Meine zweite Heimat ist einfach Spanien. Dort fühle ich mich landschaftlich, menschlich und sprachlich am wohlsten. Ich werde mir aber sicher noch weitere Länder anschauen, wenn die derzeitige Lage sich auch mal wieder beruhigt hat. Ich habe ja Zeit.

 

Wie verdienst du aktuell dein Geld auf Reisen? Bist du nach wie vor in deinem Online-Job tätig und kommst du damit aus?

 

Ich komme klar mit meinem Geld. Es ist nichts für Jedermann so zu leben und seinen Job zu finden, da muss jeder Einzelne das Richtige finden. Ich kann auch nicht alles. Meine Mutter sagte immer “Du bist geizig”. Ja und das ist auch gut so.

 

Wie geht es deinen sechs Hunden? Hast du in den letzten Monaten noch Zuwachs bekommen?

 

Meine Hunde sind mein Leben, wenn es ihnen gut geht, geht es mir auch gut. Alle meine 6 Hunde sind also noch bei mir und tatsächlich habe ich vor gut 3 Monaten an einem See an Mülltonnen eine junge Galga Hündin gefunden. Sie habe ich gut aufgepäppelt und sie kann auch bald in gute Hände vermittelt werden.

 

Was war dein schönstes Erlebnis auf Reisen bisher?

 

Ich finde immer wieder schöne Ecken und damit auch oft viele tolle Menschen, Gleichgesinnte, Hundefreunde. Das sind eigentlich immer die schönen Momente in diesem Leben im Wohnmobil.

 

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Wohin möchtest du auf jeden Fall noch reisen? Was möchtest du noch sehen?

 

Natürlich möchte ich unbedingt noch nach Sardinien zum Beispiel. Dahin sollte auch eigentlich meine erste richtige Reise gehen, habe ich mir damals aber mit allen Hunden noch nicht zugetraut.

 

Hast du an deinem Camper noch etwas verändert?

 

Mein Johnny, so heißt mein Wohnmobil, wird immer mal wieder verschönert. Entweder mit Kleinigkeiten, die ich in der Natur finde oder auf Märkten. Oder es gibt Künstler, die sich auch mal austoben können. So ist es geschehen und meine Aufbautüre sowie meine Motorhaube strahlen jetzt mit wunderschöner Malerei von der lieben Lisa. Innen wird aber von mir jetzt noch ein bisschen gepinselt. Das entspannt und macht glücklich.

 

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Gibt es noch etwas, das du in Zukunft an deinem Camper verändern/verbessern möchtest?

 

Ich liebe mein Wohnmobil, er ist der Traum, den ich immer hatte und natürlich, er ist 33 Jahre alt und da gibt es immer etwas, was gemacht werden muss. Darauf gebe ich Acht und hoffe er bleibt mir noch seeehr lange erhalten.

 

Du warst vor deiner Reise fest angestellt und hattest eine Wohnung. Vermisst du etwas an deinem „alten Leben“?

 

Wie schon vorab erwähnt, vermisse ich aus meinem “alten Leben” nichts wirklich. Es ging für mich ja nur darum irgendwie zu überleben. Hätte ich meine beiden Hunde Bella und Lili nicht gehabt, wäre ich nicht mehr. Ich denke, das genügt als Antwort, wie ich über Vergangenes denke.

 

Du hast uns im Video anvertraut, dass du schon Erfahrungen mit Depressionen machen musstest. Ist das Reisen auch eine Art Therapie für dich?

 

Und wie. Depressionen, bipolare Störung und Manie verfolgten mein Leben immer mehr, bis es fast zu Ende war. Viele Therapeuten und Krieg mit Krankenkasse ließen mich an der Hilfe und dem System sehr zweifeln. So ist es leider.
Es ist nie ganz weg, aber ich kann jetzt besser damit umgehen und in jeglichen Situationen mit mir arbeiten.
Viele denken, du bist alleine und das ist gar nicht gut. Doch, denn zuvor war ich wirklich alleine unter Menschen, die mich nicht verstanden und denen ich mich immer erklären musste. Jetzt triffst du Menschen, die alle eine, ihre Geschichte zu erzählen haben. Das gibt Mut, denn ich habe es schon mal so weit geschafft, dass ich jetzt nicht mehr so viel weinen und an die bösen alten Bilder im Kopf denken muss. Mir geht es wirklich gut.

 

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Möchtest du irgendwann einmal sesshaft werden? Wenn ja, wo?

 

Ich war mein Leben lang sesshaft, sozusagen gefangen in einem kleinen Ort, neben dem einen oder anderen schrecklichen Nachbarn. Menschen, die mich, wie ich bin, nicht akzeptiert haben. Das brauche ich nicht und habe es auch in der nächsten Zeit nicht vor wieder an einem Ort länger zu bleiben. Irgendwann wird es auf jeden Fall irgendwo im Ausland ein kleines Land für mich geben, wo ich weiterhin mein Ding machen kann.

 

Was würdest du jemandem raten, der auch vorhat, auf Reisen zu gehen?

 

Reisen und richtiges Leben in der Form ist ja ein großer Unterschied. Es gibt viele, die sich denken “Oh, das ist ja easy, das will oder mache ich auch mal”. So einfach ist es nicht! Und viele rudern schnell wieder zurück oder werden es wieder. Für mich persönlich ist es ganz wichtig auf die Natur zu achten und die Menschen im jeweiligen Land stets freundlich zu grüßen. Das heißt im wichtigsten Fall, dass du keine Spuren hinterlässt, also keinen Müll, keine sonstigen Hinterlassenschaften! So haben wir auch eine Chance, weiterhin reisen und in Ruhe leben zu können.

 

Vielen Dank liebe Nadine für das nette Interview, wir wünschen dir weiterhin auf deiner Reise alles Gute und viele schöne Erlebnisse und Begegnungen.

Wer Nadines Reisealltag verfolgen möchte, schaut gerne auf Instagram vorbei.

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