Minimalismus-Filme auf Netflix

Minimalismus-Filme auf Netflix

29. Mai 2021 Nachhaltigkeit 2
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Die Beschränkung auf ein Minimum, Leben mit nur dem Nötigsten und die Befreiung von unnötigem „Zeug“, das ist, was Minimalismus ausmacht.

Dass das Ganze nicht nur ein kurzfristiger Trend, sondern eine Lebenseinstellung ist, zeigt die Präsenz des Themas in den Medien. Beispielsweise auf Netflix nimmt Minimalismus als Thema immer mehr Raum ein.

Deswegen stellen wir euch hier unsere Top 5 Minimalismus-Filme auf Netflix vor.

Die Kriterien, nach denen die Minimalismus-Filme auf Netflix hier bewertet werden, sind Folgende:

Der Unterhaltungsfaktor

Ein Film soll nicht nur belehrend sein, sondern auch Spaß machen zu schauen. Es ist viel leichter, sich inspirieren zu lassen, wenn man eine emotionale Bindung aufbaut – und das geht gut über Unterhaltung.

Der Lernfaktor

Natürlich sollen die Minimalismus-Filme auch inspirieren und ein wenig belehren. Deswegen ist es ebenso wichtig, dass man Neues lernst.

Die Umsetzung

Der Film ist zwar unterhaltsam und lehrreich, aber an der Umsetzung, also z.B. Kameraeinstellungen, Dialoge, Dauer etc. scheitert es? Die Umsetzung ist ebenso wichtig wie der Inhalt.

Weitere wichtige Informationen

Neben den Bewertungskriterien sind einige weitere Informationen zu den Minimalismus-Filmen wichtig. Diese sind: Dauer, Genre, verfügbare Sprachen.

Die Auswahl

Die im Folgenden bewerteten Filme wurden aufgrund ihrer Verfügbarkeit auf Netflix ausgewählt. Da Netflix die führende Streaming-Plattform ist und somit auch zahlreiche Nutzer hat, habe ich mich für Filme/Serien von Netflix entschieden. Natürlich gibt es auch Minimalismus-Filme /Dokus/Serien auf anderen Streaming-Plattformen.

 

 

100 Dinge (2018)

Stell dir vor, Du stehst da, ohne jeglichen Besitz und darfst Dir 100 Tage lang jeden Tag einen Gegenstand aus Deinem Besitz zurückholen. Das ist die Idee, auf dem die deutsche Komödie „100 Dinge“* von Florian David Fitz beruht. Der Film handelt von den Protagonisten Paul und Toni, erfolgreichen Start-up-Unternehmern, die aufgrund einer Wette von einem Tag auf den anderen auf all ihren Besitz verzichten. Nach und nach dürfen sie sich ihre Habseligkeiten zurückholen und merken dabei, welche Dinge ihnen im Leben wirklich wichtig sind. Ebenfalls erwähnenswert sind eine Liebesbeziehung, diverse Streits zwischen den Protagonisten und ein Nicht-ganz-so-Happy-End.

Unterhaltungsfaktor: 4/5. Da es sich um eine Komödie handelt, ist der Film unterhaltsam, hat aber noch ein wenig Luft nach oben.

Lernfaktor: 3/5. Der Minimalismus-Aspekt ist zwar im Fokus der Handlung, allerdings stehen auch diverse andere Handlungsstränge im Vordergrund. Trotzdem ist das Thema Minimalismus sehr präsent und das Zuschauen regt auch ein wenig ein Hinterfragen des eigenen Lebensstils an.

Umsetzung: 5/5. „100 Dinge“ ist mit Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz in den Hauptrollen ein unterhaltsamer, lehrreicher und inspirierender Film. An der Umsetzung gibt es nichts auszusetzen.

Infos: Komödie, 106 Minuten, Deutsch, Florian David Fitz, Matthias Schweighöfer.

Gesamtwertung: 4/5.

 

 

Minimalismus: Weniger ist jetzt (2021)

Zwei Freunde, die es geschafft haben, aus dem System auszubrechen, endlich nicht mehr so viel „Zeug“ zu besitzen und nun viel glücklicher sind als vorher. Das wollen Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus in der Netflix-Doku „Minimalismus: Weniger ist jetzt“ auch anderen zeigen und teilen deswegen ihre eigenen Lebensgeschichten. Im Fokus steht die Story, wie Joshua das Haus seiner Mutter nach ihrem Tod zu entrümpeln beginnt und ihm vor Augen gebracht wird, wieviel Zeug sie besessen hat. Er überdenkt daraufhin seinen eigenen Lebensstil und inspiriert seinen Freund Ryan, ebenfalls ein Minimalist zu werden.

Unterhaltungsfaktor: 3/5. Es handelt sich hier um die „klassische, amerikanische Doku“. Alles ist ein wenig über-dramatisch dargestellt, zwischendurch gibt es Interview-Abschnitte. Das Ganze folgt zwar einem roten Faden, trotzdem ist es nicht so fesselnd, wie es sein könnte.

Lernfaktor: 3/5. Die Protagonisten erzählen von ihren eigenen Erfahrungen und zeigen, was sie getan haben, um Minimalisten zu werden. Trotzdem fehlt es ein wenig an Tipps oder noch mehr Informationen wie es bei einer Doku eigentlich wünschenswert gewesen wäre.

Umsetzung: 3/5. Wer die typische, amerikanische Doku erwartet, der bekommt sie. Die Doku ist eine Mischung aus Interviews, nachgestellten Szenen und Erzählungen der Protagonisten wie sie ihr Leben verändert haben. Das Ganze wirkt teilweise willkürlich zusammengefügt, ist aber am Ende dennoch schlüssig.

Infos: Dokumentation, Originaltitel „The Minimalists: Less is Now”, 53 Minuten, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Türkisch.

Gesamtwertung: 3/5.

 

 

Minmalism: A Documentary About the Important Things (2016)

Love people and use things“ – das ist die Botschaft der Dokumentation „Minimalism: A Documentary About the Important Things“. Diese Doku wurde ebenfalls von Ryan Nicodemus und Joshua Fields Millburn produziert, allerdings liegt der Fokus hier nicht so sehr auf ihnen beiden als Personen, sondern noch mehr auf den Vorteilen eines minimalistischen Lebens. Auch andere Menschen, die den Weg zum Minimalismus gefunden haben, erzählen von ihren Erfahrungen. Sie wollen zeigen, dass Identität heutzutage oft nicht mehr durch Taten, sondern durch Besitz definiert wird. Komplettiert wird das Ganze durch Naturbilder und dem Gedanken ein bedeutungsvolles Leben mit weniger zu führen.

Unterhaltungsfaktor: 4/5. Die Kombination aus Interviews, die Einblicke in die unterschiedlichen Lebenssituationen und die Naturbilder sorgen für Unterhaltung, die nur durch ein wenig mehr Spannung perfektioniert werden könnte.

Lernfaktor: 4/5. Unternehmer, Architekten, Künstler, Journalisten und Wissenschaftler – sie alle erzählen, wie sie zum Minimalismus gefunden haben. Es werden viele verschiedene Erfahrungen und Blickwinkel dargestellt, was zu einem umfassenden Einblick in das Thema führt.

Umsetzung: 4/5. Minimalismus als Lösung für alles – diese Botschaft ist ein wenig übertrieben dargestellt und generell ist alles im amerikanischen Doku-Stil gehalten mit Interviews, nachgestellten Szenen und den „persönlichen Einblicken“. Insgesamt ist an der technischen Umsetzung aber nichts auszusetzen.

Infos: Dokumentation, 79 Minuten, Englisch.

Gesamtwertung: 4/5.

 

 

Aufräumen mit Marie Kondo (2019)

Glücklich werden durch Aufräumen – das ist die Philosophie von Marie Kondo, die Ordnung und Freude in die Welt bringen möchte. Marie Kondo ist Aufräumexpertin*, hat eigene Aufräum-Methoden entwickelt und bringt diese in der Serie „Aufräumen mit Marie Kondo“ anderen Familien näher. Der Gedanke dahinter: wer ein aufgeräumtes Zuhause hat, hat dann auch ein aufgeräumtes Leben.

Unterhaltungsfaktor: 5/5. Die Einblicke in das Leben der Menschen, deren Häuser aufgeräumt werden, die Energie von Marie Kondo und der Prozess des Aufräumens sind spannend anzusehen und auch die Interviews, die die Gefühle der Klienten transportieren sind unterhaltsam.

Lernfaktor: 5/5. Marie Kondo hat ihre eigene Aufräumtechnik, das KonMari, entwickelt. Sie basiert drauf, alles, das keine Freude bereitet, auszusortieren. Das Ganze ist nicht nur auf Kleidung, sondern auf nahezu den kompletten Besitz bezogen. Die systematische Methode hat definitiv einen hohen Lernfaktor.

Umsetzung: 5/5. Marie Kondo steht im Fokus der Serie. Abwechselnd wird sie erklärend auf einem Sofa und dann aufräumend bei ihren Klienten gezeigt. Es gibt Rückblenden und immer wieder Interview-Abschnitte. Der Zusammenschnitt ist logisch und man kann gut folgen und am Ende sieht man die Ergebnisse des Ausmistens.

Infos: Dokumentation, 1 Staffel mit 6 Folgen á 35-45 min, Englisch

Gesamtwertung: 4/5.

 

 

The Home Edit: Jetzt wird aufgeräumt (2020/2021)

Dass auch Promis aufräumen in ihren Villen und Häusern, kann man in „The Home Edit: Jetzt wird aufgeräumt“ sehen. Die Aufräum-Expertinnen Clea Shearer und Joanna Teplin helfen „Promis und Normalsterblichen“, ihr Zuhause zu entrümpeln. Sie sind das amerikanische Gegenstück zu Marie Kondo und organisieren alles nach dem Regenbogen und in beschrifteten Boxen.

Unterhaltungsfaktor: 4/5. Promis beim Aufräumen zuschauen, ihre Villen ansehen und nebenbei noch den inneren Monk befriedigen, der sich an den aufgeräumten Schränken und Regalen erfreut. Die Serie ist unterhaltsam und energetisch, aber manchmal auch sehr amerikanisch „too much“.

Lernfaktor: 4/5. Die Idee, alles nach dem Regenbogen-System zu sortieren, in durchsichtige Boxen zu packen und zu beschriften, ist sinnvoll und gut dargestellt. Es ist auf jeden Fall auch eine Idee für die eigene Aufräum-Aktion. Ob das allerdings wirklich minimalistisch ist, ist eine andere Frage.

Umsetzung: 3/5. Die beiden Protagonistinnen und Unternehmerinnen Clea Shearer und Joanna Teplin zeigen Einblicke in ihre Arbeit, ihre Kontakte mit den prominenten Klienten und erklären in kurzen Interview-Abschnitten, was genau sie gemacht haben und erlebt haben. Auch die Promis kommen zu Wort. Der Zusammenschnitt passt logisch, allerdings wechseln die Szenen manchmal ziemlich schnell und die Protagonistinnen sind teilweise sehr anstrengend enthusiastisch.

Infos: 1 Staffel (zweite geplant), 8 Folgen á ca. 40min, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Türkisch.

Gesamtwertung: 4/5.

 

Ich hoffe, dich haben unsere Minimalismus-Filme etwas inspiriert. Schreib uns gerne deine Erfahrungen mit Minimalismus.

 

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2 Antworten

  1. Janina sagt:

    Jetzt habe ich richtig Lust, mir alles anzuschauen, Danke für die Inspiration 😊

  2. Yvonne sagt:

    Ich finde den finnischen Film „My stuff- was brauchst du wirklich“ großartig. 😊

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